Der religiöse und kulturelle Rundweg geht von der Wallfahrtskirche Frassino aus (in Peschiera del Garda, in der unmittelbaren Nähe des Mantuaner Territoriums), dem berühmten Ort der Marienverehrung der Franziskaner.

SPIRITUALITÄT

Entlang der ruhigen Straßen der Moränenhügel gelangt man von Hügel zu Hügel über die Stationen der frommen Religiosität und der Kulturgeschichte bis zur Basilika-Wallfahrtskirche San Luigi Gonzaga in Castiglione delle Stiviere, dem Schutzheiligen der Jugend, zu dessen Ehren Papst Johannes Paul II. am 22. Juni 1991 hierher pilgerte. Das reiche religiöse Spektrum Castigliones weist unter anderem das Aloisianische Geschichtsmuseum im Collegio Vergini di Gesù auf, das von den ehrwürdigen Enkeln des Heiligen gegründet wurde; Kirche und Konvent bezeugen eine tausendjährige Geschichte und das Museum des Internationalen Roten Kreuzes verfügt über eine einzigartige Sammlung von Kostbarkeiten aus der Renaissance und Zeugnissen des frommen Lebens.

Von der Wallfahrtskirche von Frassino gelangt man sofort nach Ponti sul Mincio, der vom See nur durch eine handbreit Land entfernten tiefsten Absenkung des Mantuaner Gebiets am südlichen Gardasee. Der Turm von Ponti führt den Gast zu der Ortschaft der Skaliger. Die Pfarrkirche Sant’Antonio Abate aus dem 16. Jahrhundert weist eine Madonna mit dem Kinde aus dem 19. Jahrhundert auf; außerdem ein Altarbild der Gebrüder Meves aus dem Jahr 1609, die die Madonna del Carmine mit St. Franziskus und St. Sebastian darstellt, sowie ein Fresko aus dem 15. Jahrhundert mit einer Kreuzigungsszene. Wenig außerhalb des Ortes findet sich in Richtung des Flusses das Oratorium von San Nicolò, das ebenfalls aus dem 16. Jahrhundert stammt. Außerhalb des Ortes befindet sich die Kellerei, in der der Wein aus den berühmten Trauben des Mantuaner Oberlands gemacht wird und die wie auch die verschiedenen in den Hügeln liegenden Weingüter besucht werden kann.

Ein weiterer kleiner Umweg und schon sehen wir das unregelmäßige Profil des Castello di Monzambano, das sich an einer der romantischsten Stellen des Oberlaufes des Mincio befindet. Hier ist die Pfarrkirche San Michele Arcangelo aus dem 18. Jahrhundert, die auf einer älteren Anlage aufgebaut wurde und die die zauberhaften Medaillons der Via Crucis von Augusto Ugolini sowie einen Hauptaltar mit Marmorintarsien mit Arabesken und florealen Motiven aufweist. In der näheren Umgebung, in Pille und in Olfino, befinden sich Gaststätten, die den guten Ruf der Gastronomie dieses Landstrichs stets aufs Neue bestätigen. Ausgesprochen sehenswert ist auch Castellaro Lagusello, ein wirklich einzigartiger Flecken am Rande eines kleinen Moränensees. Außer dem Kastell aus dem 13. Jahrhundert finden wir die barocke Pfarrkirche von Castellaro mit dem alten Weiler.

Inmitten der Hügel liegt Volta Mantovana, das Dorf der Seligen Paola Montaldi (Klarissin, 1442 - 1514). Erwähnenswert ist das Kastell: Es wurde um das Jahr 1.000 errichtet, in der Folge von den Gonzaga zwischen dem 14. Und dem 15. Jahrhundert geändert und zeigt sich noch heute in seiner ursprünglichen Gestalt. Die zweite Station bildet die Kirche Santa Maria Maddalena, die eine Guercino zugeschriebene Himmelfahrt und ein erstklassiges Bild von Pietro Rotari aus dem 18. Jahrhundert enthält; es folgt der kostbare Palazzo Cavriani der Gonzaga mit seinen zauberhaften italienischen Gärten, der heute als Sitz der Gemeindeverwaltung dient, und die Villa Venier, ein ehemaliger Domenikanerkonvent.

Ein unbedingtes Muß ist die Pieve di Cavriana, ein ausgezeichnetes Beispiel der romanischen Architektur mit ausgezeichneten Fresken aus dem Mittelalter: Ein zauberhafter Ort, an dem die Ruhe und das Licht zu Meditation und Gebet einladen. Sehenswert ist auch die Pfarrkirche der Madonna Assunta, die eine reiche Ausmalung und ein Triptychon aus dem 16. Jahrhundert aufweist. Die Villa Mirra, eine berühmte Besitzung der Gonzaga und ein geschätzter Aufenthaltsort vieler wichtiger Persönlichkeiten der Geschichte, befindet sich im Herzen des alten Ortes; sie beherbergt in einigen weitläufigen Sälen das Archäologische Museum des Mantuaner Oberlands.

Pozzolengo, ist eine anmutige Gemeinde, die zur Provinz Brescia gehört und für lange Zeit der Republik Venedig angehörte. Der Ort liegt in den sanften Hügeln zwischen der alten Skaligerburg und der Pfarrkirche Santa Maria aus dem 16. Jahrhundert. Im Innern befinden sich zahlreiche Kunstwerke; hier seien lediglich das schöne Altarbild von Celesti (17. Jahrhundert) mit der “Deposizione di Cristo” und das Altarbild von Brusasorzi mit einem “Cristo attorniato da Santi” genannt; außerdem das Medaillon der Märtyrer San Lorenzo und Santa Caterina (sowie die Reste eines großen Altarbildes von Cignaroli). Neben der Orgel von Gaetano Zanfretta (1881) verdient auch die wertvolle hölzerne Ausstattung der Sakristei Erwähnung. In der Chiesa della Contrada in der Ortschaft Ceresa befindet sich ein schönes Bild von Balestra, das den Hl. Josef darstellt.

Solferino ist mit seiner alten und berühmten, Spia d’Italia genannten Burg bereits von weitem sichtbar. In der Nähe befinden sich das Risorgimento-Museum und das Beinhaus in der Kirche von San Pietro; Orte, die von einigen der bewegtesten Seiten des italienischen Risorgimento berichten und die noch heute die Zeichen der Frömmigkeit aufweisen, die zur Gründung des Roten Kreuzes geführt hat. Solferino ist nicht bloß Geschichte: Von der Burg aus zeigt sich eine zauberhafte Landschaft; am Horizont erscheinen die sanften Ausläufer der Hügel, wie von dem Balkon des Burgplatzes aus zu sehen ist, der zum Teil von der Pfarrkirche San Nicola eingenommen wird; die Kirche beherbergt eine wertvolle Ikone (eine Schenkung von Maria Callas) über das Pfingstmotiv und eine Jungfrau mit Kind aus dem 17. Jahrhundert. Erwähnenswert ist die kostbare hölzerne Statue aus dem 16. Jahrhundert in der Kirche S. Carlo Borromeo, die eine Madonna mit dem Kinde darstellt.

Außer dem den Moränenhügeln vorgelagerten Monte Medolano bietet sich dem Pilgerer die alte Gemeinde Medole mit ihren herrschaftlichen Besitzungen und den berühmten Marmorportalen dar. Zwischen der schönen romanischen Pieve von Santa Maria Genitrice und der Torre Civica der Gonzaga öffnet sich ein weiter Platz, der von der Pfarrkirche beherrscht wird, zu der eine eindrucksvolle Treppe hinaufführt. Im Innern befindet sich das Altarbild von Tizian, das den “Cristo risorto che appare alla Madre” darstellt; außerdem acht wertvolle Statuen aus farbig gefaßter Terrakotta, die die Beweinung darstellen und die Guido Mazzoni, genannt Modanino zugeschrieben werden (2. Hälfte 16. Jahrhundert).

Von Medole nach Castiglione entlang der geraden Straße, die von den eindrucksvollen Profilen des Doms und der Reste der alten Burg dominiert wird: In der Stadt des heiligen Luigi Gonzaga und des Internationalen Roten Kreuzes endet (oder beginnt) unser religiöser Rundgang durch das Mantuaner Oberland.

Schöne Ausflugsziele sind auch das Oratorium von San Lorenzo von Guidizzolo; die Pfarrkirche von Marmirolo den Heiligen Apostel Philippus und Jakobus geweiht; die Kirche von St. Peter der Apostel von Goito, gefolgt von vielen Kirchspielen, das in der Umgebung der Stadt entstehen.